Cortijo de Ensueño, La Boca de los Frailes, E-04118 San José


 

 
 

Eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte, im Dezember 2006.

Der kleine weiße Kater.

(C) M. Helbig

 

Am 25. Dezember 2006 gegen 12 Uhr habe ich ihn zum ersten Male gehört. Es raschelte in den Büschen vor unserem Grundstück und es maunzte ganz leise, aber kläglich. Ich habe über den Zaun geschaut, aber ich konnte nichts sehen. Wird wohl wieder dieser komische Vogel sein – dessen Name ich nicht kenne – der aber wie eine Katze rufen kann. Nun ja, bin ich wieder auf mein Trainingsfahrrad gestiegen und habe mir Musik angestellt. Am Abend, bei meinem Rundgang durchs Gelände habe ich wieder etwas gehört, aber in der Dunkelheit kann man nichts erkennen. Am 26. Dezember hatten wir Besuch von einer Nachbarin, deshalb bin ich den ganzen Tag beschäftigt gewesen. Am Abend, als ich die Lichter im Hof und Garten anmachte, habe ich wieder etwas gehört, aber wieder nichts gesehen. Ich hatte in der Nacht das Gefühl, eine mir nicht bekannte Katze im Hof auf dem Brunnenrand zu sehen, aber der Schatten war so schnell wieder fort, das ich dachte, ich spinne! Schließlich stehen auf dem Brunnenrand ja eine weiße Katzen und ein weißer Hund aus Stein, ich hatte mich bestimmt versehen! Im nachhinein könnte man glatt an Fügung des Schicksals denken, aber dazu mehr weiter unten. Am 27. Dezember habe ich ihn zum ersten Male gesehen, - das er ein Kater war konnte man nicht übersehen - er saß im Hof und hat aus vollem Hals um Hilfe geschrieen. Er ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt und hat mich mit einem Blick angeschaut, mir ist das Herz fast stehen geblieben. Also habe ich ihm erst einmal zwei Näpfchen mit Trocken- und Nassfutter in den Hof gestellt und als ich mir ihn dann etwas genauer ansah und sah, wie er das Futter verschlungen hat, war mir klar, warum er so geschrieen hat, diese Katze bestand nur aus Fell und Knochen, er hatte sicher tage- oder sogar wochenlang nichts gefressen. Die Ohrenspitzen waren von der Sonne verbrannt und mit Krusten überzogen. Die Knochen schauten auf dem Fell heraus. Er war unwahrscheinlich schmutzig, traurig und sehr müde. Was wird das für ein Traumkater sein, wenn er erst mal gesäubert ist, dachte ich. Zum ersten Schüsselchen mit Nassfutter kam noch ein zweites hinzu und dann war er plötzlich wieder weg. Wie vom Erdboden verschluckt! Am Abend wurde ich wieder durch sein eindringliches maunzten in den Hof geholt, die Futterprozedur wurde wiederholt und wie schon am Mittag war der Kater nach dem fressen wieder fort. Am 28. Dezember sind wir morgens zum einkaufen gefahren und als wir wiederkamen, saßen nicht nur unsere 6 Katzen und unser Hund im Hof – sie kennen das Auto und versammeln sich immer zu unserer Begrüßung im Innenhof – nein, auch der weiße Kater saß auf dem Brunnenrand. Ich hab mir gleich gedacht, er hat sich dahin geflüchtet, denn unsere 6 Katzen verteidigen ihr Reich schon mit Erfolg. Natürlich gab es für alle, die im Hof fressen wollten, eine Futterration, die meisten Katzen sind jedoch mit uns ins Haus gegangen, wir haben dort ein Zimmer in dem unsere PC´s und 6 verschiedene Trockenfuttersorten stehen, unsere Katzen können sich dort jederzeit bedienen und das Nassfutter wird dort auch gereicht. Dann haben Karl-Heinz und ich uns wie auf Kommando angeschaut – es ist schon witzig wie wir immer das selbe denken ohne es auszusprechen – ja klar, der Kater braucht ein ruhiges Plätzchen, wo er sich erholen kann und auch schläft. Und natürlich, auch klar, das eignet sich unsere Villa Katz im unteren Garten. Gedacht, getan, ich drücke Karl-Heinz die Näpfchen mit dem Wasser und Futter in die Hand und gehe, Decken holen. Die Villa Katz wurde entsprechend hergerichtet und ich habe mich zu Katerchen begeben, der noch im Innenhof mit dem futtern beschäftigt war. Er sieht mich, maunzt ganz zart und ich konnte ihn ohne Probleme dazu bringen, mir in den Garten zu folgen. Es ist unglaublich, wie schlau eine Katze ist, er wusste sofort das das, was nun kam, für ihn vorbereitet war. Er hat sein neues Reich sofort angenommen und wir konnten beruhigt sein. Er bekommt dort sein Futter, wir besuchen ihn viele Male am Tag und am 29. Dezember hat er uns auf seine Art „Danke“ gesagt, wir konnten ihn zum ersten Male streicheln. Ich bin durch Karl-Heinz zur Katzenmutter geworden und habe seit über 15 Jahren Katzen um mich. Katzen sind gute und sehr geduldige Lehrmeister, es ist nicht schwer – wenn man ihre Sprache verstehen will – zu wissen, was sie sagen wollen. Man merkte am Verhalten des weißen Katers, das er die menschliche Hand nicht nur mit guten Dingen in Verbindung bringt, er zögerte immer eine Sekunde. Aber dann siegte sein Bedürfnis nach Liebe und Zärtlichkeit, er gab Köpfchen, Köpfchen, Köpfchen, er schmiegt sich wie doll an die Hand, er hat mir gezeigt wie wohl im unsere Zuneigung tut. Wir haben natürlich unsere Nachbarn angerufen, Zettel im Umkreis verteilt, wir wollten niemandem etwas wegnehmen, was er vielleicht schmerzlich vermisst, aber niemand kennt diesen Kater. Hmmm, dabei ist er etwas ganz Besonderes, er hat ein blaues und ein grün/orangefarbenes Auge, er ist ein „ODD EYES“ eine Laune der Natur die bei falschen Kreuzung zweifarbige Augen zustande bringt. Beim streicheln konnten wir auch fühlen, das er einen Knick im Schwänzchen hat. Nun inzwischen waren wir uns eigentlich unausgesprochen dahingehend einig, das Katerchen nicht wieder weg muss, er darf bei uns bleiben. Obwohl es eine weitere, finanzielle Belastung für uns wird, wir haben schon 6 Katzen und Hund, jeder der so viele Tiere betreut weiß, wie sehr dies ins Geld geht. Hinzu kommt, das wir mit 61 und 70 Jahren nun auch nicht mehr so jung sind. Wir wollen der Verantwortung gerecht werden, die Tiere mit sich bringen. Unsere Tiere sollen auf keinen Fall in ein Heim müssen, wenn wir mal nicht mehr sind. Wir haben Vorsorge getroffen!

Soweit, so gut. Aber, dann braucht er einen Namen, wir wollen ihn ja nicht immer mit Katerchen anreden. Alle Namen die uns einfielen passten irgendwie nicht. In einem Katzenforum habe ich nachgefragt und man hat uns auch einige Vorschläge gemacht. Ein weißer Tiger von Siegfried  und Roy heißt „Baekho“ was soviel bedeutet wie der weiße Tiger der Frieden bringt. Das fand ich sehr schön und auch irgendwie passend, ich hatte das Gefühl das der Kater wieder Frieden in das Herz von Karl-Heinz bringt, der unserem verstorbenen Kater Kimba immer noch nachtrauert. Wir hatten in Kimba einen an einer unheilbaren Krankheit leidenden Kater, der uns durch ein privates Katzenhaus bei Vicar vermittelt wurde. Bis zu seinem Tode haben wir ihn liebevoll gepflegt und alles getan, damit er noch ein paar schöne Monate bei uns hatte. Die Angst, welche wir ausgestanden haben, als wir von seiner ansteckenden Krankheit erfahren haben, die Angst um unsere, damals 5 anderen, bis dahin gesunden Katzen, all dies wollten wir nie wieder mitmachen. Deshalb hatten wir uns eigentlich geschworen, zu uns kommt keine weitere Katze! Der Gedanke ist eben nur eine Sache, die Ausführung des Vorsatzes eine andere. Damit man sich den Namen auch besser merken kann, wurde aus Baekho dann ganz einfach „BEIKO“ unser neuer Hausgenosse. Das heißt, dazu braucht es noch etwas Zeit, der Kater wird im neuen Jahr erst einmal zum Tierarzt gebracht. Es soll nach menschlichem Ermessen eine Erkrankung und ggf. Ansteckung unserer anderen Tiere verhindert werden, da Beiko sein neues Katzenhaus angenommen hat und unsere anderen Katzen ihn auch in Ruhe lassen, ist er einiger maßen isoliert. Wir hoffen er hat sich bis dahin etwas Speck auf den Rippen angefressen. Unser Anliegen ist, ihn so schnell wie möglich kastrieren zu lassen. Ich werde nie verstehen, warum sich unsere spanischen Nachbarn so vehement gegen Kastrationen wehren. Dem Kater oder der Katze werden ja nicht die Gefühle genommen, nur die Möglichkeit, Nachwuchs zu zeugen und zur Welt zu bringen. Es ist ein wesentlich schöneres und stressfreies Leben, das man einer Katze durch die Kastration schenkt. Es sollte bei Beiko unbedingt ein Ganzkörperscheck erfolgen und dabei gleich die entzündeten Ohren untersuchen und gesäubert werden. Natürlich wird er dann auch gleich entwurmt und entfloht. Vielleicht kann er sogar beim Arzt gebadet werden, ich habe versucht ihn zu reinigen, aber ich möchte das beginnende Vertrauen nicht zerstören und ihn auf keinen Fall festhalten, um ihn zu säubern. Es soll nichts geschehen, was er nicht will! Vielleicht können wir das inzwischen verloren gegangene Vertrauen in den Menschen langsam wieder aufbauen. 

Und zum bisherigen Schluss kam noch etwas hinzu,  das grenzt fast an ein Wunder, ich hatte die Geschichte vom weißen Findelkater gerade im Katzenforum und in unserer HP veröffentlicht, da bekomme ich eine Mail von einer Katzenfreundin, Monika R. aus Essen, - verheiratet mit dem Spanier Joaquin aus Tahal, sie sind gelegentlich in Almeria und in Tahal wohnend - wie das Leben so spielt, die mich bittet, die Patenschaft für den Kater übernehmen zu dürfen. Sie hat ihre Bereitschaft, die Patenschaft zu übernehmen, im Katzenforum wie folgt geschildert:

Hallo,
ich bin nun Beiko´s Patin und freue mich sehr und hoffe, es geht alles gut
und wir können ihn nach seiner langen Suche nach Hilfe und einem Zuhause helfen.

Für mich steht er für viele Katzen und Hunde in Spanien denen es sehr schlecht geht und um die sich keiner kümmert und viele Menschen vor diesem Elend die Augen verschließen.  

Wir haben nach anfänglichem Zögern, auch aufgrund der Zeilen im Forum, dann „Ja“ zu dieser Patenschaft gesagt.  Kater Beiko hat seine erste Seite in unserem privaten Web und dann geht seine Geschichte weiter.

 

Demnächst mehr, Monika

am 31.12.2006

 

Hier geht seine Geschichte weiter!

 

Hier geht es zu Beiko´s Seite!      und hier geht es zur Seite seiner Patin!

   


   Webseite erstellt: 2. Januar 2007   - Änderung am:19/01/2007

   ©  Fotos: Karl-Heinz Baumgärtner und Monika Helbig

   ©  Text: Webmissis Monika Helbig